Startups an der Börse

Die Weltwirtschaft ist stetem Wandel unterworfen. Neue Produkte und Dienstleistungen kommen auf den Markt, vergangene finden in Museen ihren Platz. Innovation ist das Benzin für eine zukünftig erfolgreiche Volkswirtschaft und Start-ups die Motoren für die Vorwärtsbewegung.


Bei der Standortfrage nimmt die Schweiz, mit ausgebildeten Arbeitskräften, Finanzierungsmöglichkeiten und politischer Stabilität, in den internationalen Rankings regelmässig Spitzenplätze ein. Nach wirtschaftlichen Erfolgen unserer Start-ups sucht man demgegenüber in den vorderen Rängen vergeblich. Beispielsweise ist im Start-up Ranking mit Rang 34 lediglich ein Schweizer Unternehmen in den ersten hundert Rängen aufgeführt und bei Risiko Kapital Ranglisten fehlen Schweizer Unternehmen in den vorderen Rängen. Im Gegenteil Israel, das mit neun Millionen Einwohnern nur unwesentlich grösser ist als die Schweiz. Zehn Milliarden US-Dollar Risikokapital ist im Jahre 2020 nach Israel geflossen.

Hightech-Investments Israel

 

Die Präsenz von Google in der Schweiz dürfte mit dazu beitragen, dass die Schweiz nicht mithalten kann. Mit bald 5'000 Beschäftigten in Zürich wird ein grosser Teil der ausgebildeten Hightech Fachkräften „abgesaugt“. Ein gesichertes, hohes Einkommen in einem renommierten Unternehmen und geregelten Arbeitszeiten liegt jungen Menschen näher, als die Herausforderung ein eigenes Unternehmen zu führen.

Die Gründe für den Erfolg der israelischen Hightech-Industrie sind bekannt: Die Regierung fördert systematisch Innovation und Unternehmertum. Dazu kommt eine Kultur voll von Initiative und Ehrgeiz. In Israel gibt es Mut zum Risiko und den Willen global zu wirken. Die Firma Electreon beispielsweise verlegt Induktionsspulen in den Strassenbelag, um Autos beim Überfahren den Akku aufzuladen. Eine Technik, die es ermöglicht, die störanfälligen Hochleitungen von Bussen und Bahnen in den Boden zu verlegen. Gerade hat Elektron in Tel Aviv eine Teststrecke eingerichtet.

Eine weitere Ursache für den mässigen Erfolg schweizerischer Start-ups liegt in den Technoparks selbst, die als Innovationsschmiede gelten sollten. Technoparks verleiten dazu, in einem weitgehend staatlich finanzierten, geschlossenen, komfortablen Arbeitsumfeld, ohne Marktorientierung an einer Idee zu werkeln. Die in einem Technopark tätigen, gleichgesinnten aber in anderen Geschäftsfeldern tätigen Mitstreiter bestätigen schnell einmal, dass eine Idee genial sei. Derartige „Synergieeffekte“ sind aber weder finanziell noch für die Vermarktung hilfreiche. Spätestens beim Versuch seine Idee auf dem Markt zu bringen, kommt die Erkenntnis, dass man sich an falscher Stelle informiert hat.

Erfolgreiche Unternehmen beginnen im Kinderzimmer, auf dem Dachboden oder in einer Garage. Die Arbeitsräume sind nebensächlich. Entscheidend ist der Blick auf den Markt, das Suchen nach Absatzkanälen und das Kontaktknüpfen mit Personen, die über Geld verfügen und von der eigenen Idee begeistert sind. Solange auf diesem Weg kein Fortschritt erzielt wird, ist es sinnlos, sich in einen modernen Technopark einzumieten, wo eine Vielzahl von Personen – Vermieter, Telefonservice, Reinigungsdienst - bereits darauf warten mitzuverdienen.

Die Innovationskraft einer Volkswirtschaft misst sich nicht an der Anzahl von Start-ups, sondern an Nutzen bringenden Ideen die den Markt erobern. Mit anderen Worten: Die Politik muss, siehe Israel, den Focus auf Unternehmer mit Markteroberer Potenzial richten und nicht ausschliesslich auf die Entwicklung von Hightech-Produkten. Hierzu sind andere Ressourcen erforderlich als weitere Technoparks.

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