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Der Entscheid des Bundesrates, die Rahmenvertrag-Verhandlungen abzubrechen, hat die Frage „Was nun?“ laut werden lassen. Wo steht die Schweiz, im Zentrum Europas gelegen, politisch und wirtschaftlich in der globalen Weltgemeinschaft? Wohin soll sie sich bewegen?

Themenfelder


Eine maximale Zufriedenheit der Bevölkerung ist wohl das Ziel eines jeden Landes. Nicht umsonst erfasst die OECD (Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit) fortlaufend die Entwicklungen und erstellt jährlich eine Rangliste über das gesellschaftliche Wohlergehen in den einzelnen Ländern. Dabei geht es um mehr als nackte Zahlen wie das BIP und andere Wirtschaftsdaten – anhand von elf Themenfeldern wird sowohl in Bezug auf die materiellen Lebensbedingungen als auch für die Lebensqualität insgesamt eine äusserst tiefgreifende Übersicht geschaffen. Erstaunlich ist, dass bei der Kriterienauswahl die Freiheit/Selbstverwirklichung, das gerade gegenwärtig vehement gefordert wird und immer wieder in Unabhängigkeitsbestrebungen zum Ausdruck kommt, nicht berücksichtigt ist. Gleiches gilt für die politischen Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Diese tragen in der Schweiz grösstenteils zum guten Abschneiden der Volkszufriedenheit bei.


Förderlich für das individuelle Lebensglück sind ein dem Lebensanspruch angemessenes Einkommen. Darüber hinaus wird die Lebenszufriedenheit durch äussere Bedingungen beeinflusst, wie beispielsweise aktuelle und frühere Lebensumstände, Partnerschaften, Beruf, Vermögen und Gesundheit sowie die familiären und sozialen Beziehungen. Negative Einfluss üben schwere Krankheiten, Arbeitslosigkeit oder der Tod eines nahestehenden Menschen auf das subjektive Wohlbefinden aus. Insgesamt resultiert die Lebenszufriedenheit somit aus einer Kombination von inneren Eigenschaften und äusseren Umständen.

Ranking 2020
Dänemark, Finnland und die Schweiz erschienen in den letzten Jahren regelmässig in den vordersten Rängen. Im Jahr 2015 führte die Schweiz die Rangliste an. Im Jahr 2020 war sie auf Position drei um im laufenden Jahr auf Rang vier abzurutschen. Ob die Schweiz schlechter oder die „Konkurrenz“ besser wurde, ist nicht ausgewiesen. Auffallend ist, dass die Schweizerinnen und Schweizer die Umwelt im Ländervergleich als weniger wichtig einstufen. Mag sein, dass die permanenten Umweltmassnahmen als angemessen empfunden werden.


Dänemark liegt über dem Durchschnitt in den Bereichen Wohnen, Work-Life-Balance, Umwelt, soziale Beziehungen, Zivilengagement, Bildung, Beschäftigung, subjektives Wohlbefinden sowie Sicherheit. Im Bereich Einkommen und Vermögen schneidet Dänemark unterdurchschnittlich ab. Das bestätigt, dass Wohlstand, sozialer Aufstieg und Geld langfristig nicht glücklich machen. Ein unglücklicher Mensch, der im Lotto gewinnt, fühlt sich zwar ein paar Monate besser. Ohne das richtige, gesellschaftliche Umfeld ist er danach aber annähernd so unglücklich wie vor seinem Gewinn.


Sich mit der Volkszufriedenheit befassen, kann durchaus dort enden, wo man beim ersten Mal Eislaufen endet. Das Thema bietet keine Bodenhaftung, hängt es doch von den Lebensgeschichten, von den persönlichen Neigungen, von den äusseren Einflussfaktoren und schlussendlich von den in die Wiege gelegten persönlichen Eigenschaften ab. Während die eine Person mit einem bescheiden Leben in der Natur glücklich ist, geht die andere im Konsum, mit Einfamilienhaus, Auto und Jacht, auf. Diese Feststellung deutet darauf hin, dass in einer „gemischten“ Bevölkerung die Zufriedenheit dann am grössten ist, wenn jeder Einwohner die persönlichen, individuellen Bedürfnisse und Wünsche erfüllt sieht. Mit anderen Worten, für jeden Bürger sollten die äusseren Einflüsse solchermassen vorhanden sein, wie er es als ideal empfindet, ohne dabei störend auf den Nachbar zu wirken. Es gilt jedoch: „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“ August Robert Bosch (1861-1942).


Wenn es darum geht Massnahmen für den Erhalt und den Ausbau des Wohlstandes zu finden, ist dort anzusetzen „wo der Schuh drückt“, nämlich bei denjenigen Themen, die in der Vergangenheit heftig diskutiert wurden und weiter auf den Titelseiten der Zeitungen erscheinen. Vorrangig sind das die Themen: Umweltschutz, Landesregierung, Überbevölkerung. Positive Sachverhalte versinken in der Selbstverständlichkeit - darüber werden keine grossen Diskussionen geführt!


Diese drei Themen sind eng miteinander verknüpft. Die stets steigende Einwohnerzahl verlangt nach Bautätigkeit, nach gelockerten sozialen und Umweltauflagen für die Wirtschaft zur Sicherung von Arbeitsplätzen und bewirkt generell höhere Umweltbelastungen. Einen von der Bevölkerung wohlwollend akzeptierten Mittelweg scheint der Bundesrat nicht gefunden zu haben. Die auf die sieben Bundesräte ausgerichteten Kompromisse werden offensichtlich nicht verstanden. Das Kollegialprinzip des Bundesrates erweist sich, bei den immer vielschichtiger werdenden politischen Themen, als untauglich. Eine fehlende, langfristige Orientierung und bundesrätliche Kompromissentscheide verunsichern die Bevölkerung mehr, als dass sie verständnisvoll zur Kenntnis genommen werden. Dänemark kann, dank ihrer starken Ministerpräsidentin, als leuchtendes Beispiel dienen. Mit einer klaren Vision hat sie das Land auf den Weg in die Zukunft gebracht, ist beliebt und hat die volle Unterstützung der Bevölkerung. Dass die politische Führung der Schweiz der globalen Entwicklung nicht gewachsen ist, ist auch beim Rahmenabkommen zutage getreten. Sieben Jahre verhandeln und - je nach Zusammensetzung des Bundesrates und des jährlich wechselnden Bundespräsidenten - Zusagen machen und später widerrufen ist nutzlos und beschämend. Verständlich, dass die EU von einem unverlässlichen Verhandlungspartner spricht und daraus die nötigen Schlüsse zieht.


Grundlage für den Wohlstand eines Landes ist der wirtschaftliche Erfolg, also das Schaffen von neuen auf den Weltmärkten erfolgreichen Produkten und Dienstleistungen sowie eine maximale Produktivität. Ohne erfolgreiche Wirtschaft gibt es keine sachdienliche Bildung, kein starkes Sozialwesen, keine gute Wohn- und Versorgungssituation und kein optimales Gesundheitswesen.


Neue, innovative Produkte und neue Dienstleistungen sind erforderlich, um Arbeitsplätze, die durch die Digitaltechnik verloren gehen zu kompensieren und dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden. Jugendliche darauf zu fokussieren, möglichst lange die Schulbank zu drücken und einen möglichst hohen Schulabschluss anzustreben, ist nicht zielführend. In den Schulen vermitteltes Wissen ist ein Abbild der Vergangenheit und die von Ideen sprudelnden jungen Leute erbringen, die Schulbank drückend, keinen wirtschaftlichen Nutzen. Bei keinem der reichsten Männer der Welt basiert der Erfolg auf einem akademischen Titel.


Eine hohe Produktivität trägt wesentlich zur Steigerung des Lebensstandards eines Landes bei. Vor dem Hintergrund hoher Löhne ist in unserem Land eine absolute Spezialisierung auf Marktfelder erforderlich, die nicht von starker Konkurrenz belegt sind.


Immer mehr Vorschriften bezüglich Unternehmensführung, Produkten und Arbeitsausführungen und damit verbunden administrative Aufwendungen, bis hin zu juristischen Abklärungen, haben in den vergangenen Jahren zur Schwächung der Schweizer Unternehmen geführt. Als Leitfaden sind daher neue Gesetze, mit negativen Auswirkungen auf Unternehmen, ausschliesslich dann zu schaffen, wenn damit ein wesentliches, ausgewiesenes Problem beseitigt werden kann.


Eine florierende Schweizer Wirtschaft erfordert exzellente internationale Beziehungen. Hierzu braucht es einen Stab von Lobbyisten, die im Sinn von PR weltweit unterwegs sind, ein positives Bild nach aussen tragen und ein Geflecht von persönlichen Beziehungen pflegen, so wie es jede Institution vollzieht, die etwas erreichen will. Konsulate und Botschaften sind für diese Aufgabe ebenso schlecht geeignet, wie gelegentliche Reisen der Bundesräte zusammen mit einem Begleittross aus der Wirtschaft.


Das schrittweise Abrutschen der Schweiz im Ranking über die Zufriedenheit der Landesbevölkerung, weist auf einen Missstand hin, der, wenn eine Trendwende herbeigeführt werden soll, beseitigt werden muss. Das Kollegialprinzip ist durch eine persönliche Führungsspitze zu ersetzen. Mit einer „Wischi-waschi-Politik“ ist es ungewiss, wohin die Schweiz - unabhängig davon ob innerhalb oder ausserhalb der EU - im globalen Spiel der Mächte hingedrängt wird. Daran werden auch die Hightech Kampfflugzeuge nichts ändern.

Vision und deren Verwirklichung in Dänemark

 

Kriterien-Dänemark

Kriterien-FinnlandKriterien-DeutschlandKriterien Österreich

Einstufung der Themenfelder nach Wichtigkeit

 

Zufriedenheit nach Einwohnerzahl
Zufriedenheit nch Einwohnerzahl

 

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