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„ Ein perfekter Staat hat eine Staatsführung, die Ausgewogenheit zwischen den sozialen Bedürnissen, der Umwelt und Wirtschaft erzielt - unabhängig davon ob Monarchie, Diktatur oder Demokratie “

Estland ist zwar klein bezüglich Fläche und Einwohner (1,3 Mio) aber großartig in der Digitaltechnik. Im Bereich E-Gouvernement gilt Estland weltweit als Maßstab und Vorbild. Politik und Verwaltung arbeiten elektronisch und digital – praktisch papierlos.

Seit 2015 wählt Estland elektronisch. Kostenloses WLAN gibt es fast überall im Land. Estland verfügt über ein zentrales Gesundheitsinformationssystem, das die Gesundheitsdaten von über 95 % der Bevölkerung verwaltet. Ein Identifizierungssystem über die SIM-Karte ermöglicht unkomplizierte Zahlungsprozesse mittels APPs.

Der hohe Standard der Digitaltechnik wurde Estland nicht in die Wiege gelegt. Er wurde, mit hoher Dringlichkeit, mit EU-Geldern vorangetrieben. Digitaltechnik macht die Menschen aber nicht glücklicher. Im Gegenteil, vermehrte Kommunikation über Bildschirm und Tastatur, führen zu schleichender Vereinsamung und sozialer Entfremdung. Zudem fehlen wichtige Elemente einer lebendigen Kommunikation wie Augenkontakt, Körpersprache, sprachliche Ausdrucksform.

Estland liegt bezüglich Wohnen, Beschäftigung, Wohlbefinden, Einkommen, Vermögen und Gesundheit hinter anderen Ländern zurück. Was nützten digitale Infrastrukturen, wenn es den Leuten an alltäglichen, elementaren Mitteln mangelt? Obwohl Estland bereits 13 Jahre der EU angehört und jährlich durchschnittlich 500 Mio € Entwicklungsgelder ins Land geflossen sind, hat sich die Lebenszufriedenheit der Bürger kaum verbessert. Mit 5,6 liegt der Indikator erheblich tiefer als der Durchschnitt der OECD Länder. Auch in diesem Land klafft die Schere zwischen dem reichsten und dem ärmsten Teil der Bevölkerung weit auseinander. Die obersten 1/5 der Bevölkerung verdienen fünfmal so viel wie der unterste 1/5. Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen von 16.000 US $ pro Jahr lässt sich ableiten, dass große Teile der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben.

Sucht man nach dem Erfolg der EU-Entwicklungshilfe stellt man fest, dass diese den Menschen in den benachteiligten Regionen nicht der Hilfe zur Selbsthilfe dient, sondern dass primär den international tätigen Unternehmen der Boden für neue Märkte bereitet wird. Dieses Vorgehen dürfte nicht im Sinn der EU-Bürger sein. Eine Kurskorrektur drängt sich auf. Sinnvoll wäre es, nicht die abgehobene Hightech zu fördern, sondern die primären Lebensgrundlagen. Die Eigenproduktion von landwirtschaftlichen Gütern und das Handwerk sowie das Unternehmertum in diesen Sektoren sind in erster Priorität auszubauen. Dass ein signifikanter Anteil der Bevölkerung mit Hightech auf internationalen Märkten ihr Einkommen erzielen kann, ist illusorisch. Wogegen sich mit dem Slogan „Güter aus der Region“ nicht nur für eine Elite, sondern für alle Bürger einen menschlichen Lebensstandard schaffen lässt.

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